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Faszientherapie

Was sind die Faszien?

Die Faszien sind das weiche Gewebe, das das im menschlichen Körper allgegenwärtige Bindegewebe bildet. Sie bilden eine durchgängige, dreidimensionale Matrix, die dem gesamten Organismus eine strukturelle Stütze bietet. Die Faszien durchdringen und umhüllen sämtliche Organe, Muskeln, Knochen und Nervenfasern. Sie bilden eine einzigartige Umgebung, die das gute Funktionieren der Systeme in unserem Organismus gewährleistet. Unsere Definition und unser Studium der Faszien umfasst sämtliches faserige Bindegewebe einschließlich der Aponeurosen, der Bänder, Sehnen, Retinacula, Gelenkkapseln, der Gefäß- und Organhäute, der Hirnhäute, der Knochenhaut sowie der intra- und intermuskulären Fasern der Myofaszien.

Die Eigenschaften und das Verhalten des Bindegewebes bzw. der Faszien können durch Traumata, Anstrengung und Stress in Mitleidenschaft gezogen werden und akute oder chronische funktionelle Störungen hervorrufen.

Video über die Faszien »

Therapie der Faszien

Die Faszien sind in den letzten Jahren immer mehr in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Es wurde erkannt, dass dieses weiche, das Bindegewebe bildende Gewebe, überall im Körper vorhanden ist und in Eigenschaft und Funktion durch Traumata, übermäßige Anstrengung bzw. Stress geschädigt werden kann. Akute oder chronische Beschwerden können sich daraus entwickeln.

Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Techniken und Methoden, die sich mit diesem Gewebe befassen. Der gemeinsame Nenner dieser Therapien besteht darin, dass sie nicht auf die Gelenke sondern direkt auf die Faszien einwirken, um deren zahlreichen Funktionen wieder herzustellen (Elastizität, Gleitfähigkeit, Plastizität, Kontraktilität), und um die sowohl physischen als auch die psychischen Selbstregulationsprozesse anzusprechen.
Einige dieser Therapien sind eher mechanisch, indem sie auf die Veränderbarkeit der Faszien bzw. auf deren biophysische Struktur einwirken (fasziale Manipulation, Methode Cyriax), andere zielen darauf ab, die Myofaszien zu entspannen (myofascial release), während andere wiederum eine psychosomatische Zielsetzung verfolgen, indem sie versuchen, physische, emotionale und psychische Spannungen zu lösen (Rolfing, posturale Integration).
Alle diese Ansätze leisten ihren Beitrag bei der Behandlung von Bewegungsstörungen und von akuten bzw. chronischen Pathologien des Bewegungsapparats.
Die immer umfassendere Kenntnis des Bindegewebes und seiner verschiedenen Funktionen eröffnet somit ganz neue Perspektiven in der funktionellen Behandlung von Schmerzen, der propriozeptiven Rehabilitation bzw. der Behandlung von Stress und entzündlichem Gewebe.

Was ist nun das Besondere an der Faszientherapie

Die Faszientherapie entstand vor 40 Jahren in Frankreich. Danis Bois war zu der Zeit ein in Frankreich anerkannter Osteopath, als er für sich die erstaunlichen Eigenschaften der Faszien entdeckte. Allmählich wandte er sich von der manipulativen Osteopathie ab und entwickelte eine sehr effiziente Behandlungsweise, die in sehr feiner und tiefer Art das innere Verlangen des Patienten respektiert.

Heute versteht sich die Faszientherapie als eine ganzheitliche, nicht manipulative, manuelle Therapie der Faszien, welche sich spezifisch an sämtliches Bindegewebe des menschlichen Körpers wendet, also sowohl die oberflächlichen als auch die tiefen Gewebsarten (der Muskulatur, des Skeletts, der Organe, des Schädels) erreicht.

Sie beruft sich nach wie vor auf die Philosophie der Gründer der Osteopathie wie Still oder Sutherland, die lehrten, dass eine effiziente und dauerhaft erfolgreiche Behandlung nicht darin besteht, eine blinde Kraft anzuwenden, sondern die Person in die Lage zu versetzen, ihre eigene innere Kraft zu mobilisieren.

In diesem Sinne beruht die Faszientherapie(MDB) einzig und allein auf dem Wecken der Wahrnehmung, und dem präzisen Verfolgen dieser inneren Kraft, die im Körper in Form einer sehr langsamen, tief im Gewebe sich vollziehenden, sehr „berührenden" inneren Bewegung wahrnehmbar ist. Es ist in diesem Sinne, dass sie sich in die Reihe der „nicht manipulativen" Therapien eingliedert.Gleichzeitig stützt sie sich inzwischen auf die Theorien und Konzepte, die Prof. Danis Bois, Doktor in Erziehungswissenschaften, in seinem Forschungszentrum, dem CERAP (www.cerap.org) über die Zeit erarbeitet hat.

Wie wirkt die Faszientherapie

Sie bietet:

  • eine Dimension der Linderung: Sie richtet sich an Patienten, die hauptsächlich wegen physischer Symptome kommen. Der Therapeut „behandelt" die Person, die zu ihm kommt. Das ist natürlich die grundlegende Handlung, die der Therapeut ausführt. Wenn sich dann die Person in ihrem Körper wohler fühlt, kommt es vor, dass sie sich eine andere Art der Begleitung wünscht.
  • eine Dimension der Beziehung: Durch ein verbessertes Selbstgewahrsein entwickelt der Therapeut auch ein besseres Gewahrsein seines Patienten. Er ist nun in der Lage, sowohl in der manuellen Behandlung als auch im Gespräch danach eine Beziehung des Respekts und des Vertrauens herzustellen. Dies begünstigt das Entstehen von Einsichten und Erkenntnissen.
  • eine Dimension der Begleitung: Der Faszientherapeut hat eine Pädagogik erlernt, mit der er der Person beibringen kann, sich um sich selbst zu kümmern. So bringt er ihr gestische Bewegungen bei, die sie alleine üben kann, um die Wirkungen der Behandlung noch zu steigern und um in ihrem therapeutischen Prozess einen aktiven Beitrag zu leisten.

In diesen drei Dimensionen wird deutlich, dass hier zwei Kompetenzbereiche zusammenkommen und benötigt werden: zum einen ein Know-How mit hoher Technizität und zum anderen eine ganz bestimmte menschliche Haltung dem Patienten gegenüber. Diese Kompetenzen aus beiden Bereichen erlangt der Therapeut im Laufe der Ausbildung.

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